Sonntag, 28. Juni 2020

Mit der französischen Umweltplakette auf Nummer sicher

Erst passiert nichts, und nun muss es schnell gehen. In Frankreich verstoßen Städte, Kommunen, Departements und Regionen seit 2010 gegen die Verpflichtungen und Vorgaben der EU zur Luftqualität. Als mehrere Verwarnungen der Union bis Anfang 2019 nichts halfen, wurde Frankreich im Oktober 2019 vom Europäischen Gerichtshof verurteilt, zügig die Luftqualität zu verbessern, die Regeln bestehender Umweltzonen zu verschärfen und viele weitere Umweltzonen neu einzuführen.

Zu den rund 30 bestehenden Umweltzonen landesweit – darunter Paris sowie Bordeaux mit der gesamten Gironde – werden in diesem und nächsten Jahr nach aktuellem Stand über 20 hinzukommen. Das hat Auswirkungen auf alle Fahrzeughalter, auch Ausländer. Hier geht es zu kompetenten externen Seiten über Hintergründe und Pläne. Die Green-Zone-App fürs Mobiltelefon ist darüber hinaus für alle Umweltzonen in der EU hilfreich.

Die deutsche Feinstaubplakette gilt in Frankreich nicht

Es geht um die französische Umweltplakette, mit der alle im Land rollenden Fahrzeuge auszustatten sind. In Frankreich heißt der Aufkleber „Crit’Air“. Diese Vignetten gelten unbegrenzt. Wer sie hat, fährt im ganzen Land auf Nummer sicher. Aber: Die deutsche Feinstaub-Plakette gilt in Frankreich nicht! Rien ne va plus! Den drei deutschen Stufen, stehen sechs französische in verschiedenen Farben entgegen. In Deutschland ist die Schadstoffklasse in der Zulassung ausschlaggebend, in Frankreich kommt das Datum der Erstzulassung als wichtiges Kriterium hinzu. Die Einstufung regelt Einfahrtverbote in Umweltzonen, wenn dicke Luft herrscht. Sie werden künftig sogar elektronisch erfasst; dazu laufen in Paris erste Tests.

Ignoranz ist nicht zu empfehlen: Es drohen Bußgelder von 68 bis 375 Euro und – wie in Paris praktiziert und in Straßburg angedroht – das gnadenlose Abschleppen des eigenen fahrbaren Untersatzes. Dagegen sind 4,21 Euro für eine französische Plakette per Post inklusive Porto ein Klacks. Sie ist die preiswerteste Variante. Ihre Bestellung geht online, dazu weiter unten. Der ADAC nimmt 10,21 Euro, bei privaten Anbietern kostet das gleiche 20 bis 30 Euro. 


Fahrzeugklassifizierung für die Crit'Air-Vignette


Der ADAC bietet für das Ordern einer französischen Umweltplakette auf der offiziellen Regierungsseite www.certificat-air.gouv.fr einen übersichtlichen Leitfaden für die
Anfang und Ende einer
einer Umweltzone.
direkte Bestellung von zuhause. Hier findet ihr die allgemeinen Hinweise. Die Bestellanleitung (beides externe Inhalte) steht hier zum Abruf bereit; sie besteht aus einem Schritt-für-Schritt-Szenario im pdf-Format und ist mit gut verständlichen Anmerkungen und zusätzlichen Hinweisen versehen.

Worum geht es konkret am Beispiel der Gironde? Um auf mögliche Luftverschmutzungsspitzen vorbereitet zu sein, hat das Departement mit seiner Metropole Bordeaux eine temporär gültige Umweltzone eingeführt, deren Regeln bei anhaltender Luftverschmutzung für alle Fahrzeuge zur Pflicht werden. Je nach Belastung können Verkehrsbeschränkungen verhängt werden, die je nach Stärke auf Fahrzeuge mit bestimmten Vignetten-Arten gravierende Auswirkung haben.

Nur einer von vier Grenzwerten muss überschritten sein

In einem ersten Schritt wird Luftverschmutzungsalarm ausgelöst. Überschreitet bei Messung der Luftqualität nur einer von vier Grenzwerten für Feinstaub, Ozon, Schwefeldioxid oder Stickstoffdioxid das festgelegte Maß, wird die zulässige Geschwindigkeit auf den Straßen der Umweltzone um 20 km/h reduziert. Verändert sich die Situation nicht, werden die Fahrzeuge ohne Vignette und die Crit’Air-Vignette 5 vom Verkehr ausgeschlossen. In einem weiteren Schritt dürfen Fahrzeuge mit der Vignette Nr. 4 nicht mehr auf die Straße. (kuhrhaus/Grafiken: Französisches Umweltministerium)

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen